Vorstellungsprospekt

In seinem Prospekt und dem dazugehörenden Produktblatt stellt why! kurz seine Philosophie und die Hauptmerkmale seiner nachhaltigen Computer vor.

Geschichte und Zusammenfassung des Projektes „2% Linux“

Aktuelle Marktsituation

Das GNU/Linux Betriebssystem (OS) bietet heute eine leistungsfähige Alternative zu Microsoft (MS) Windows und Apple OSX. Allerdings ist es weltweit nur auf 1 % der PCs installiert. Allerdings wurde 2012 in den Schwellenländern gemäss Canonical, der Herausgeberin der populärsten Linux-Distribution, Ubuntu auf 5% der verkauften Computer installiert.

Anfang 2013 ist es in der Schweiz nicht möglich, einen Computer mit einem perfekt funktionierenden, vorinstallierten GNU/Linux Betriebssystem zu kaufen. Von wenigen raren Ausnahmen abgesehen ist es unmöglich, einen Personal Computer zu kaufen, ohne Lizenzgebühren an Microsoft (oder Apple) zahlen zu müssen. Bloss einige geeks (leidenschaftliche Klugköpfe) benutzen Linux, das sie selbst – oft auf gebrauchten Computern – installieren. Hier gibt es also eine grosse Marktlücke.

In anderen europäischen Ländern und in den USA gibt es über hundert Firmen, welche Computer mit dem GNU/Linux Betriebssystem verkaufen, teilweise sogar extra darauf zugeschnitten (z.B. https://www.system76.com/). In einigen Ländern, z.B. in Frankreich, haben Gerichtsentscheide dazu geführt, dass die Konsumenten sich den Preis der Windows-Lizenzen rückerstatten lassen können, wenn sie dieses System nicht nutzen. Dies hat zu einem neuen Interesse an GNU/Linux geführt.

Profile und Erwartungen potentieller Nutzer

Bei Privatpersonen erfüllt der Computer verschiedene Aufgaben. Traditionellerweise stand im Zentrum lange das Erstellen, die Nutzung und Speicherung persönlicher Daten, seien dies nun Texte (Lebenslauf, Briefe, wissenschaftliche Arbeiten, etc.), Tabellen (zum Beispiel zur Erfassung von Spesen) oder Buchhaltungsdaten.

In diesem Zusammenhang sind die Benutzer daran interessiert, möglichst lange mit den ihnen vertrauten Programmen arbeiten und auch nach langer Zeit noch verlässlich auf alle Daten zugreifen zu können – wenn möglich mit dem gleichen Computer. Für diese Anwendungen sind GNU/Linux und freie Software sicher die beste Option.

Die Verbreitung des Internets hat zu einer neuen Anwendung des privaten Computers geführt. Er muss es ermöglichen, auf dem Internet zu surfen und Photos, Audio- und Videodokumente erstellen und austauschen können. Für letzteres gibt es zahlreichen Programme, allerdings laufen jene, die den Benutzern von Apple oder Microsoft-Systemen am geläufigsten sind, meist nicht auf GNU/Linux. Im Bereich der Internet-Browser dagegen hat sich der Open Source Browser Firefox auf allen Plattformen durchgesetzt und kann ebenso gut auf GNU/Linux wie auf anderen Betriebssystemen verwendet werden.

Gewisse dem professionellen Bereich vorbehaltene Programme, wie zum Beispiel die Produkte der Firma Adobe (Photoshop und Illustrator) und das CAD Programm AutoCAD, können auch heute nicht unter GNU/Linux betrieben werden. Selbst die unter GNU/Linux zum Teil gleichwertigen Programme konnten insbesondere die professionellen Benutzer nicht überzeugen. Deshalb schliessen wir diese Benutzergruppe aus unserer Zielkundschaft aus.

Sehr wahrscheinlich handelt es sich beim typischen GNU/Linux Benutzer nicht um einen Spielefan. Computerspiele sind hoch optimierte Programme, die ständig an die neuesten Hard- und Softwaretechnologien anzupassen sind. Sie werden deshalb gezielt für die kommerziell ertragreichste Umgebung (in der Regel MS Windows) entwickelt und gepflegt. Auch sogenannte „Emulatoren“ wie z.B. Wine erzielen keine befriedigenden Ergebnisse unter GNU/Linux. Gleichwohl kann festgestellt werden, dass Spiele tendenziell immer öfter online ausgeführt werden. Ein Browser wie Firefox ist in diesem Fall ausreichend für ungetrübte Stunden des Vergnügens.

Wie erwähnt, müssen Benutzer professioneller Software, die kein Open Source Äquivalent haben oder nicht auf diesem OS laufen, aus dem Kreis potentieller Kunden ausgeschlossen werden. Das Gleiche gilt für Spielefans, die systemoptimierte Spiele anderer Plattformen bevorzugen. Nichtsdestoweniger handelt es sich dabei nicht um die Mehrheit der Computer Benutzer …

why! ist die Antwort auf diese Erwartungen

In einer ersten Phase zielt why! nicht auf den Markt der grossen Firmen und Verwaltungen. Dort müssten zahlreiche vorhandene Applikationen migriert oder neu entwickelt werden, die nicht bereits als Web-Applikation vorhanden sind. Dies würde eine Migration auf Open Source Programme zu teuer machen. Ganz anders sieht es in KMU aus, welche höchstens eine oder zwei Fachapplikationen nutzen, für die es bereits Open Source (OSS) Varianten gibt. Immerhin befinden sich 80 % der Arbeitsplätze in KMU, und GNU/Linux eignet sich sehr gut für einen grossen Teil dieses Marktes.

Es ist schwierig abzuschätzen, welcher Anteil der privaten Computer mit professioneller Software oder systemspezifischen Spielen betrieben wird. Dieser Anteil wird aber bestimmt nicht 98 % oder gar mehr ausmachen. In diesem Marktsegment sind „2 % Linux“ sicherlich erreichbar. why! peilt daher den Teil der Unternehmen und Privatpersonen an, die auf einfachste Weise durch den Gebrauch leistungsstarker Werkzeuge Daten erstellen, bearbeiten und aufbewahren wollen, ohne ständig ihre Hard- und Software „updaten“ zu müssen.

Aus diesen Gründen fiel die Wahl auf ein OS mit hoher Lebenserwartung (zur Zeit Ubuntu 12.04 Long Term Support). Auch Freie Software entwickelt sich schnell, manchmal sogar schneller als proprietäre Lösungen. Dies soll im Rahmen des gewählten OS und seinem Anspruch an Langlebigkeit kontrolliert werden. Der Benutzer soll (möglicherweise den Absichten des Entwicklers zum Trotz) seine gut funktionierende, vertraute aber alte Version des Programmes problemlos nutzen können. Insofern ist das die Antithese zur programmierten „Veralterung“.

Dazu muss der Computer (Hardware) natürlich die Lebenszeit der Programme (Software) überdauern. Deshalb bietet why! ein Diagnosesystem und Ersatzteile an, die eine Lebensdauer von 10 und mehr Jahren garantieren, ganz nach dem Model http://www.ifixit.com/. Um der Nichtverfügbarkeit gewisser Ersatzteile vorzubeugen, fördert why! darüber hinaus die Kontaktaufnahme zwischen Langzeit-Benutzern und Besitzern defekter oder ausgedienter Hardware gemäss dem Angebot von PodSpital in Genf (siehe http://www.macworks.ch/podspital/).

Ausserdem wird why! das einwandfreie Zusammenspiel zwischen angebotenen Computern und Peripherie (Drucker, Scanner, Beamer, Router, usw.) testen. Der Kunde kann dann aus einer Liste geprüfter Geräte seine ganz persönliche Wahl treffen. Selbst heute gibt es immer noch wenige Produzenten, die sich um das eine Prozent der GNU/Linux Benutzer kümmern. Dieser Punkt ist sehr wichtig. Vor 15 Jahren hielt Apple lediglich 5 % des Marktes und war gezwungen, spezielle Drucker zu produzieren und zu vermarkten. Dies alles nur um es seinen Kunden zu ermöglichen, ein Dokument auszudrucken, selbst wenn es sich bei der Software um Microsoft Word handelte! …

GNU/Linux wird sicherlich die nächste Success Story in der Welt der neuen Technologien für Information und Kommunikation sein…